Immer gleich - ein paar Antworten vorab

Mein Lenkgetriebe ruckelt und hat unendlich viel Spiel, warum?

 

Die Frage wird bei der Prüfung geklärt, leider ist der Grund nicht von außen einsehbar.

Das Ruckeln liegt an einer ausgebrochenen Lenkrolle oder Ausbrüchen an den Laufflächen der Spindellager. Das Spiel in einem zu großen Lagerspiel der Lenkrolle.

Alles dies ist nur durch zerlegen feststellbar. Grundsätzlich weißt ein ruckeln und eine schon fast nicht mehr sichtbare Einstellschraube im Deckel auf einen Schaden hin.

Auch das gerne praktizierte da drehe ich mal oben an der Schraube bringt dann keine Hilfe mehr.

Die Lenkgetriebe werden immer im Wechselspiel von Lenkspindel und Lenkrolle eingestellt und müssen dabei in der Mittelstellung justiert werden. Dies ist kein Laien oder Hobbybastlerarbeit. Auch sind hierfür Spezialwerkzeuge nötig.

 

Aus meiner jahrelangen Erfahrung kann ich sagen das generell, wie bei vielen Schäden am Käfer, unsachgemäßer Umgang und laienhaftes Herumgeschraube die meisten Lenkgetriebe zerstört hat.

 

Aber Lenkgetriebe sind doch wartungsfrei?

 

Wer sagt das? Unsere "Schätzchen" fußen auf einer Basistechnologie, wie die meisten Klassiker, aus den 30er Jahren und sind mit dem heutigen Stand nur bedingt vergleichbar.

Vom Werk aus wurden diese nur deshalb als wartungsfrei deklariert, weil man zur damaligen Zeit davon ausging, das nach 10Jahren ohnehin der Rost das Fahrzeug aufgefressen hat.

Nur sehr selten bekomme ich Getriebe zugesandt die schon einmal gemacht waren, ein Anzeichen dafür das es mit der Pflege nicht weit her war...

 

Austausch? Bekomme ich "mein" Lenkgetriebe wieder zurück?

 

Leider ist es aus organisatorischen Maßnahmen oder auch gravierenden Schadensbildern nicht immer möglich "Dein" Lenkgetriebe zu überholen. Ich arbeite blockweise, das heißt mal mehrere 1200er und mal mehrere 1302/03 gleichzeitig zu überholen. Also ein Austauschprinzip wie es auch vom Hersteller praktiziert wurde. Bautechnisch sind ohnehin alle Lenkgetriebe eines Typs gleich.

Natürlich kann nach individuelle Absprache auch "Dein" Lenkgetriebe überholt werden.

Dies gilt nicht für die Prüfung vorab, diese bezieht sich immer auf das gelieferte Altteil

und Buslenkgetriebe werden immer individuell berechnet und überholt!

 

Wie muß ich das Lenkgetriebe anliefern?

 

Ein gereinigtes Altteil wäre schön. Bedenkt doch, Ihr reinigt eines für Euch, ich für die Ersatzbeschaffung an die Szene dutzende! im Jahr. So lernt man auch den Wert der Arbeit des anderen wieder zu schätzen... und dessen Gesundheit zu schonen.

 

Was gehört zum Lenkgetriebe alles dazu?

 

Vom Hersteller zählt nur das eigentliche Lenkgetriebe als solches. Flansche und Lenkhebel sind nicht! Bestandteil der Lenkgetriebe. Sie werden von mir daher unter Vorbehalt (manche müssen aufgrund des starken Rostes abgesägt werden) demontiert und wieder beigelegt. Natürlich können diese Teile auch weiterbehandelt werden.

Grundsätzlich liefere ich die Modelle 1302/03 mit dem Lenkhebel der letzten Serie montiert aus. Dies zur Sicherheit um Montagefehler zu vermeiden.

Achtung!!! Sollte der Lenkhebel vom Kunden demontiert werden, bitte mit Hirn arbeiten und das Gewinde der Lenkrollenwelle nicht beschädigen (ja das geht, auch wenn es keine schöne Arbeit ist). Ansonsten ist es ein Schadensfall.

 

Wie verpacke ich mein Lenkgetriebe?

 

Bitte in eine Tüte packen, erst dann Flips oder Papier und vor allem:

Lenkgetriebe sind schwer und schlagen gern durch die Kartonwände. Jedes zweite "Schätzchen" kommt bei mir in einem durchschlagenen Karton an...

 

Das Lenkgetriebe ist nach der Überholung doch neu, oder?

 

Grundsätzlich gibt es außer NOS-Restbeständen keine neuen Ersatzteile mehr, somit sind alle Käferlenkgetriebe aus gebrauchten Ersatzteilen mit neuen Dichtungen und Fett bzw. soweit nötig Lagern ausgestattet. Alle Getriebe sind nach Werksvorgaben eingestellt, eine wichtige Arbeit, die so nur von mir bei MTM gewährleistet ist. Daher kann man die Preise auch nicht frei im Netz mit irgendwelchen Hobbybastlern vergleichen. Bedenkt bitte das ich mittlerweile vor allem bei den 1200er Modellen (für den kurzen Vorderwagen) nahezu jedes zweite Lenkgetriebe verschrotten muß.

Obiges gilt natürlich nicht für die Buslenkgetriebe, die auch in einen Neuzustand mit extra dafür angefertigten Teilen und der endsprechenden Wertstellung ausgeliefert werden können.

 

Ist das Lenkgetriebe nach der Überholung dicht?

 

Nun, warum sind die Lenkgetriebe immer so versifft? Klar, Simmeringe sind nur bei Drehzahl und unter Druck wirklich dicht. In Lenkgetrieben ist beides nicht ausreichend vorhanden, daher schwitzen diese an den Dichtungen ab. Dies wird auch nach der Überholung unter Umständen so sein, da es bauartbedingt ist.

Auch sind die Stopfen im Deckel keine Dichtungen, sondern Ventile, die ein durchdrücken der Schmierstoffe an den Simmeringen bei schnellen Lenkbewegungen verhindern sollen.

 

Was kostet die Überholung?

 

Der Überholung liegt immer ein Basispreis für Prüfung des Altteils, reinigen, sandstrahlen, grundieren und der Vorratshaltung von Ersatzteilen zu Grunde.

Oftmals sind mehrere Lenkgetriebe zur Aufarbeitung von einem nötig.

Je nach Aufwand und Ausführung wird das Austauschlenkgetriebe entweder individuell berechnet oder zum Fixpreis von mir angeboten.

Ist das angelieferte Altteil unbrauchbar, wird ein Altteilpfand erhoben.

Abgesehen davon spielt auch der Verschleiß eine Rolle, je besser der Zustand ist, um so höher der zu erziehlende Preis.

Grundsätzlich entsprechen aber alle Lenkgetriebe den Herstellervorgaben!

 

Wie ist das Lenkgetriebe eingestellt?

 

Alle Arbeiten werden von mit nach Werksvorgaben ausgeführt. So liegt der spielfreie Winkel bei 5 Grad links/rechts an gelaufenen Getrieben. Das ist natürlich wenig, daher vertreibe ich für getunte Fahrzeuge gerne Austauschteile die an die Neueinstellung von einem Winkel in 11 Grad pro Seite herankommen.

 

Warum dreht das Lenkgetriebe so schwer?

 

Alle Lenkkspindellager stehen unter Vorspannung und sind mit einem speziellen Reibwert voreingestellt. Daher können diese auch leicht "ruckeln" was kein technisches Problem darstellt, sondern an der Vorspannung bzw. Lauffläche der Spindel liegt. Nach einer geringen Laufzeit entpannen sich diese im Fahrbetrieb. Klingt für den Laien komisch, ist aber technisch so vorgesehen.

Ein zerlegen oder umarbeiten der voreingestellten Getriebe ist schon vom Werk untersagt worden, daher erlischt ansonsten jeglicher Garantieanspruch!

 

Muss das Lenkgetriebe eingestellt werden?

 

Alle Lenkgetriebe sind nach Werksvorgaben eingestellt und außer den Spindellenkungen und Busgetrieben (Ölfüllung) auch mit Fett bereits gefüllt.

 

Gibt es beim Einbau etwas zu beachten?

 

Der Einbau erfolgt nach Vorgaben der Reparaturleitfäden des Herstellers und muß gegebenenfalls nach einiger Zeit eingestellt werden.

In seltenen Fällen können sich im Fahrbetrieb Veränderungen ergeben, diese sind leider vorher beim prüfen auf der Werkbank nicht feststellbar. Lange Laufzeiten und die nach  dem Einbau auftretenden Kräfte zeitigen hier einen anderen Maßstab. In einem solchen Fall bitte Rücksprache mit mir halten.

 

Wenn ich mein Lenkgetriebe tausche, ist dann die Lenkung wieder gut?

 

Grundsätzlich müssen beim Einbau eines überholten Lenkgetriebes auch alle anderen Lenkkomponenten in einwandfreien Zustand sein. Dazu zählen die Spurstangen, die Hardyscheibe und bei den 1302/03 auch der Hilfslenker. Nicht zu vergessen, auch die Traggelenke des Fahrwerks haben Einfluß auf das Lenkungsverhalten des Fahrzeuges.

Bei den Modellen 1302/03 ist der Hilfslenkerbock aus Aluminium durch eine Version in Blech zu ersetzen. Dies ist eine Werksvorgabe in den technischen Merkblättern. Soll dies umgangen werden, ist zumindest penibel auf den Zustand zu achten oder besser auf ein NOS Teil wert zu legen.